Gute Kindervorsorge ist nicht ein einzelnes Produkt. Sie besteht aus vier Bausteinen: Geldbildung im Alltag, Absicherung, Geldanlage und Steuern. Auf dieser Seite zeigen wir, was für Ihr Kind wann wichtig ist, was Sie dabei beachten sollten und wo sich Familien am häufigsten verrechnen.

Finanzielle Bildung beginnt nicht in der Schule, sondern am Küchentisch. Kinder lernen durch Nachahmung und merken sofort, wenn Worte und Verhalten nicht zusammenpassen. Die Schule kann ergänzen, den Anfang machen aber Sie.
Ein Satz wie „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" wirkt nur, wenn Kinder erleben, dass Sie selbst sparen. Machen Sie Ihre Sparziele sichtbar, zum Beispiel für den Familienurlaub, und sprechen Sie im Alltag darüber. Lange Finanzvorträge langweilen dagegen schnell. Beantworten Sie lieber Fragen, wenn sie kommen, und gehen Sie mit dem Interesse Ihres Kindes tiefer.
Für kleine Kinder ist Geld abstrakt, wenn Sie an der Kasse immer nur mit Karte oder Handy zahlen. Bezahlen Sie deshalb öfters bar und lassen Sie Ihr Kind die Münzen auf den Tresen legen oder ins Sparschwein stecken. Diese Berührung ist der erste Schritt zu einem Gefühl für Wert und Preis.
Mit Smartphone und Apps kommt ein zweiter Punkt hinzu: Erklären Sie, dass In-App-Käufe echtes Geld von Ihrem Konto kosten.
Viele Erwachsene verbinden Geld mit Stress oder Schuld. Diese Haltung geben sie ungewollt weiter. Hilfreicher ist ein neutraler Blick: Geld ist ein Werkzeug. Es schafft Freiheit, erlaubt Großzügigkeit und kann die Ausbildung der eigenen Kinder finanzieren.
Als Einstieg eignet sich das Kinderbuch „Ein Hund namens Money", in dem Verdienen, Sparen und Investieren kindgerecht erklärt werden.
Kinder dürfen wissen, was Dinge kosten, dass Geld begrenzt ist und dass man dafür in der Regel eine Leistung erbringt. Ihren genauen Vermögensstand müssen sie nicht kennen, denn der steht schnell auf dem Schulhof. Wichtig ist, dass kein Schamgefühl entsteht. Wer als Kind offen über Geld spricht, tut sich vielleicht später auch bei Gehaltsverhandlungen leichter.
Taschengeld ist das erste eigene Geld eines Kindes. Es lernt damit, selbst zu entscheiden: ausgeben oder sparen. Eine gesetzliche Vorgabe zur Höhe gibt es nicht. Als Orientierung dient die Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts (DJI), die viele Jugendämter unterstützen.

Für ältere Jugendliche steigen die Empfehlungen weiter. Die vollständige, aktuelle Tabelle finden Sie beim DJI. Rechnen Sie mit dem, was Ihr Budget hergibt: Ein niedrigerer Betrag, der verlässlich fließt, ist besser als ein hoher, der unregelmäßig kommt.
Kleine Kinder wollen alles sofort. Die Impulskontrolle entwickelt sich ab dem Kindergartenalter, und dann lässt sich Sparen üben. Das funktioniert am besten mit einem greifbaren Ziel, z. B. einer Zeitschrift, einem Spielzeug und später einem Fahrrad.
Lassen Sie Ihr Kind selbst rechnen. Kostet etwas 30 Euro und gibt es 15 Euro im Monat, dauert das Sparen zwei Monate. Ein beschriftetes Sparglas macht den Fortschritt sichtbar. Ihr Kind kann auch selbst entscheiden, welchen Teil des Taschengelds es direkt ausgibt und welcher ins Sparschwein wandert.
Kinder sollten erleben, dass sich das Budget aufbessern lässt, wenn man anderen einen Nutzen bietet. Das beginnt mit dem Verkauf aussortierter Spielsachen auf dem Flohmarkt und geht über kleine Dienste für Nachbarn bis zum Ferienjob. Ferienjobs sind nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz ab 15 Jahren im Rahmen der gesetzlichen Grenzen möglich. Bei regelmäßigem Verdienst sollten Sie die Einkommensgrenze der Familienversicherung im Blick behalten (siehe Abschnitt zur Krankenversicherung).
Für Aufgaben im eigenen Haushalt raten viele Fachleute vom Bezahlen ab. Die Familie soll als Gemeinschaft erlebt werden und nicht als Geschäftsbeziehung.
Mit dem Teenageralter lohnt es sich einen Schritt weiterzugehen. Sie erhöhen das Taschengeld und übertragen dafür Kosten, die Sie bisher getragen haben, etwa die Handyrechnung oder einen Teil der Kleidung. Ihr Kind lernt dann, zu vergleichen und zu optimieren, zum Beispiel mit einem günstigeren Tarif.
Dazu passt ein eigenes Girokonto mit Karte, die nur auf Guthabenbasis funktioniert. Wichtig bleibt auch hier, dass kein Vorschuss und kein Kredit gewährt wird.
Mit einem festen Budget für eine Feier oder einen Ausflug lässt sich Planung außerdem ohne Risiko üben. Und wer als Jugendlicher schon einmal durchgerechnet hat, was Miete, Auto und Lebensmittel kosten, geht Ausbildung oder Studium mit realistischen Erwartungen an.
Vorsorge für Kinder beginnt nicht beim Sparen, sondern bei der Absicherung. Wenn ein einziger Schaden das Familienbudget sprengen kann, hilft auch der beste Sparplan wenig. Viele Versicherungen für Kinder sind verzichtbar. Einige sind es nicht.
Gesetzlich versicherte Eltern können ihre Kinder in der Regel beitragsfrei über die Familienversicherung mitversichern, bis zum 18. Geburtstag, darüber hinaus unter bestimmten Voraussetzungen bis 23 oder 25 Jahre. Dabei gilt eine Einkommensgrenze, die 2026 bei 565 Euro im Monat liegt. Als Einkommen zählen auch Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags. Das ist wichtig, wenn Sie später ein Depot auf den Namen Ihres Kindes anlegen.
Sind Sie privat versichert, braucht das Kind einen eigenen Vertrag, denn eine beitragsfreie Mitversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht.
Die private Haftpflichtversicherung ist die Basis. Kinder sind im Familientarif in der Regel mitversichert. Prüfen Sie dennoch, ob Ihr Vertrag wirklich ein Familien- und nicht ein Single-Tarif ist, etwa nach der Geburt des ersten Kindes.
Besonders wichtig ist der Einschluss deliktunfähiger Kinder. Kinder unter 7 Jahren sind rechtlich nicht für Schäden verantwortlich, die sie anrichten. Im Straßenverkehr gilt das bis zum 10. Geburtstag. Haben Sie Ihre Aufsichtspflicht erfüllt, muss auch niemand sonst zahlen, und der Geschädigte bleibt auf seinem Schaden sitzen. Im Freundes- und Bekanntenkreis ist das keine gute Lösung. Mit dem Einschluss deliktunfähiger Kinder reguliert die Versicherung den Schaden trotzdem, auch ohne rechtliche Pflicht.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Kinder in Kita und Schule und auf dem Weg dorthin. Die meisten Unfälle passieren aber in der Freizeit: zu Hause, auf dem Spielplatz, im Verein. Dort greift sie nicht.
Die private Unfallversicherung zahlt bei einer dauerhaften Beeinträchtigung eine Einmalsumme, deren Höhe vom Invaliditätsgrad abhängt. Das Geld hilft zum Beispiel beim Umbau der Wohnung oder bei langfristiger Betreuung. Die Leistungen unterscheiden sich zwischen den Tarifen deutlich. Ein Vergleich der Bedingungen lohnt sich daher mehr als der Blick auf den Beitrag.
Gesetzlich versicherte Kinder können mit Zusatzversicherungen gezielt aufgewertet werden:
Bestehende Beschwerden sind meist nicht mehr versicherbar. Wer eine Zusatzversicherung will, sollte deshalb früh abschließen, kann sie aber später kündigen, wenn der Bedarf entfällt.
Eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es für kleine Kinder nicht, denn es gibt noch keinen Beruf. Trotzdem lohnt sich ein frühes Thema. Wer als Erwachsener eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, hat durch Vorerkrankungen oft keine Chance mehr oder zahlt hohe Aufschläge. Die große Mehrheit der Berufsunfähigkeitsfälle geht auf Krankheiten zurück, und diese treffen nicht nur Handwerker. Für Schüler und Studierende zählen zudem die laufenden Ausgaben, denn die BU lässt sich auch als Absicherung der Lebenshaltung verstehen, nicht nur des Einkommens.
Deshalb gibt es Wege, den Gesundheitszustand eines Kindes festzuhalten. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer. Typische Optionen:
Bei allen Lösungen ist die Gesundheitsprüfung am Anfang entscheidend, spätere Erkrankungen spielen danach keine Rolle mehr. Da die mögliche Rente zu Beginn oft begrenzt ist, achten Sie auf Nachversicherungsgarantien und eine Dynamik, damit der Schutz mitwachsen kann.
Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung decken die Kosten bei Pflegebedürftigkeit häufig nur zum Teil. Das kann auch ein Kind nach Krankheit oder Unfall treffen. Eine Pflegezusatzversicherung zahlt dann eine monatliche Rente. Die Beiträge sind in jungen Jahren niedriger. Für die meisten Familien hat sie aber weniger Priorität als Haftpflicht, Unfallschutz und der Gesundheitszustand.
Banken, Versicherer und Bausparkassen bieten Produkte an, die speziell für Kinder gestaltet sind, etwa Ausbildungsversicherungen oder Führerscheinsparpläne. Sie sprechen Eltern emotional an und sind oft teurer als vergleichbare Lösungen ohne Kinder-Etikett. Prüfen Sie Kosten, Laufzeit, Flexibilität und Garantien so, wie Sie es bei jeder anderen Geldanlage tun würden.
Das Sparbuch der Großeltern hat ausgedient, denn es wirft kaumRendite ab. Für das Geld, das Ihr Kind später braucht, gelten dieselben Regeln wie für Ihre eigene Geldanlage: langfristig anlegen, breit streuen, Kosten niedrig halten. Einen Grund für teure Sonderprodukte, nur weil „Kind“ darauf steht, gibt es nicht.
Die erste Frage lautet: Wann braucht Ihr Kind das Geld? Danach richtet sich die Mischung aus zwei Bausteinen: dem Wachstumsbaustein, meist ein weltweit gestreuter Aktien-ETF, und dem Sicherheitsbaustein aus Anleihen, Tagesgeld und Festgeld.
Das ist eine Faustregel, keine Anlageempfehlung. Die richtige Aufteilung hängt von Ihrer Situation, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren Zielen ab.

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er bildet einen Index nach, zum Beispiel einen breiten Aktienindex, und streut damit Ihr Geld automatisch. Der MSCI All Country World zum Beispiel enthält rund 2.500 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und deckt etwa 85 Prozent der investierbaren Börsenwerte ab. Wer darin vertreten ist, entscheidet keine Fondsmanagerin und kein Fondsmanager, sondern eine feste, regelmäßig überprüfte Regel. Die Zusammensetzung ist jederzeit einsehbar. ETFs gibt es nicht nur auf Aktien, sondern auch auf Anleihen.
Eine Anleihe ist ein Kredit, den Sie einem Staat oder einem Unternehmen geben. Dafür erhalten Sie regelmäßig Zinsen, und am Ende der Laufzeit zahlt der Schuldner den Nennwert zurück. Anleihen schwanken in der Regel weniger als Aktien und lassen sich auf einen Termin hin planen, etwa auf den 18. Geburtstag. Sicher sind sie trotzdem nicht. Drei Risiken sollten Sie kennen:
Einzelne Anleihen guter Bonität, etwa Bundesanleihen oder Pfandbriefe, können Sie bis zur Fälligkeit halten und kennen dann den Rückzahlungsbetrag, sofern der Schuldner zahlt. Anleihen-ETFs streuen breit und sind günstig, haben aber meist keine feste Endfälligkeit. Ihr Wert schwankt deshalb auch kurz vor dem Bedarf. Daneben gibt es ETFs mit fester Laufzeit. Zinsen zählen steuerlich zu den Kapitalerträgen.

Ein Rechenbeispiel: Sie sparen 18 Jahre lang 100 Euro im Monat, die Anlage erzielt vor Kosten 7 Prozent pro Jahr. Bei laufenden Kosten von 0,2 Prozent haben Sie nach 18 Jahren rund 41.300 Euro. Bei 1,5 Prozent, wie sie bei vielen aktiv gemanagten Fonds üblich sind, sind es rund 36.300 Euro. Der Unterschied beträgt rund 5.000 Euro. Dazu kommen bei manchen Produkten noch Ausgabeaufschläge sowie Konto- und Depotgebühren. Prüfen Sie deshalb immer die Gesamtkosten.
Je früher Sie beginnen, desto länger arbeitet der Zinseszins. Die folgenden Beispiele gelten für 18 Jahre Laufzeit und eine angenommene Wertentwicklung von 5 Prozent pro Jahr nach Kosten, vor Steuern, wie sie bei einem überwiegend in Aktien angelegten Portfolio denkbar ist. Mit einem größeren Anteil an Anleihen oder Tagesgeld fällt die Rendite niedriger aus, dafür schwankt der Wert weniger. Es sind Rechenbeispiele, keine Prognosen:

Viele Familien legen einen Teil des Kindergelds an. Das funktioniert, wenn das Budget es zulässt. Ob und wie viel, hängt von Ihrer Situation ab. Auch Einmalzahlungen sind bei fast allen Anlageformen möglich. Damit lassen sich Geldgeschenke von Großeltern und Verwandten direkt für das Kind anlegen.
Wird das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt gebraucht, etwa für Führerschein, Studium oder erste Wohnung, sollten Sie früh an den Ausstieg denken. Mit einem Entnahmeplan schichten Sie in den letzten Jahren schrittweise vom Wachstumsbaustein in den Sicherheitsbaustein um, zum Beispiel in Anleihen mit passender Laufzeit, Festgeld oder Tagesgeld. So sichern Sie das Erreichte, und ein Börsenrückgang kurz vor dem Bedarf trifft nicht den gesamten Betrag. Das Geld für den Führerschein in zwei Jahren sollte nicht mehr in Aktien liegen, das Geld für die erste Wohnung in zehn Jahren kann es noch.

Wer mehr Sicherheit möchte, kann Sparpläne mit Beitragsgarantie nutzen. Sie garantieren etwa, dass zum 18. Geburtstag mindestens die eingezahlten Beiträge vorhanden sind. Dafür wird konservativer investiert, und die Produkte sind meist teurer und weniger renditestark. Das kann für sicherheitsorientierte Familien eine Option sein, sollte aber bewusst gewählt werden. Eine Alternative ohne Garantieprodukt ist die eigene Mischung aus Aktien-ETF und Anleihen. Sie lässt sich flexibel steuern und ist oft günstiger.
Eine private Rentenversicherung für Kinder kann als Einmalzahlung oder lebenslange Rente ausgezahlt werden. Steuerlich kann sie bei sehr langer Laufzeit interessant sein, sie ist aber weniger flexibel als ein Depot. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn das Geld wirklich bis zum Ruhestand liegen bleiben soll.
Eine Variante ist die fondsgebundene Rentenversicherung mit BU-Option: Sie verbindet Sparen mit der Möglichkeit, später ohne neue Gesundheitsprüfung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Der Gesundheitszustand wird bei Vertragsbeginn festgehalten, bei Kindern oft anhand der U-Untersuchungshefte. Das ist der Hauptvorteil. Der Preis dafür sind meist höhere Kosten und eine längere Bindung als bei einem Depot. Vergleichen Sie Kosten, Anlagefonds, Beitragsfreistellung, Zuzahlungsmöglichkeiten und die Bedingungen der BU-Option genau. Ein Vergleich vor Abschluss lohnt sich.
Wer langfristig für sein Kind anlegen will, steht vor einer Grundentscheidung: Läuft das Depot auf den Namen des Kindes oder auf den der Eltern? Beide Wege haben klare Vor- und Nachteile.
Beim Kinderdepot gehört das Geld ab der Einzahlung dem Kind, auch wenn es minderjährig ist. Eine Schenkung lässt sich nicht zurückholen. Sie dürfen es nicht für eigene Zwecke nutzen, auch nicht in einer Finanzlücke. Mit 18 Jahren hat Ihr Kind die volle Verfügung und kann das Geld theoretisch sofort ausgeben.
Beim Elterndepot gehört das Geld bis zur Übertragung Ihnen. Sie behalten die Kontrolle und entscheiden selbst, wann und wie viel Ihr Kind bekommt. Diese Flexibilität hat ihren Preis bei den Steuern.

Jedes Kind hat eigene Freibeträge:
Rechnerisch bleiben damit Kapitalerträge von mehr als 13.000 Euro im Jahr steuerfrei, wenn das Kind keine weiteren Einkünfte hat. Bei üblichen Sparraten reicht meist schon der Freistellungsauftrag mit 1.000 Euro.
Beim Elterndepot werden Erträge dagegen bei Ihnen versteuert, sobald Ihr eigener Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist, mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Wächst das Vermögen stark, kann bei der späteren Übertragung außerdem Schenkungsteuer anfallen.
Soll Ihr Kind mit 18 automatisch Zugriff auf das Geld haben, ohne dass Sie mitreden können?
Wie wichtig sind Ihnen die Steuervorteile des Kindes?
Sind Ihnen die Steuervorteile wichtig und vertrauen Sie Ihrem Kind, passt das Kinderdepot. Möchten Sie die Kontrolle behalten, passt das Elterndepot. Wer das Kinderdepot wählt, kann den Jugendlichen außerdem früh in die Entwicklung einbinden und so finanzielle Bildung ganz praktisch üben.
Die Eröffnung ist etwas aufwendiger als bei einem Erwachsenendepot. In der Regel brauchen Sie die Geburtsurkunde, die Ausweise der Sorgeberechtigten und deren Unterschriften. Je nach Bank können weitere Unterlagen verlangt werden. Achten Sie bei der Auswahl auf die Kosten für Depot, Sparplan und Verkauf sowie auf die Auswahl an ETFs.
Jeder Elternteil kann jedem Kind alle 10 Jahre bis zu 400.000 Euro schenkungsteuerfrei übertragen. Zusammen sind das 800.000 Euro pro Kind. Großeltern haben für Enkel einen Freibetrag von 200.000 Euro je Großelternteil. Schenkungen desselben Schenkers innerhalb von 10 Jahren werden zusammengerechnet, und auch ein späteres Erbe wird einbezogen. Schenkungen sind dem Finanzamt anzuzeigen.
Für die meisten Kinderdepots sind diese Beträge weit entfernt. Das Thema wird relevant, wenn größere Vermögen früh übertragen werden sollen, zum Beispiel Immobilien, Beteiligungen oder Depots. Wie sich Freibeträge über die Jahre nutzen lassen, rechnen wir Ihnen gern in der Generationenberatung durch. Eine erste Orientierung gibt unser Erbschaftsteuer-Rechner.
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Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt für Kinder unter 6 Jahren 1 bis 2 Euro pro Woche, für 6 bis 7 Jahre 2 bis 3 Euro und für 8 bis 9 Jahre 3 bis 4 Euro pro Woche. Ab 10 Jahren sind es 15 bis 25 Euro pro Monat. Die Werte sind eine Orientierung, keine Pflicht. Wichtiger als die Höhe ist, dass Sie regelmäßig und verlässlich zahlen.
Es gibt nicht die eine beste Lösung. Entscheidend sind der Anlagehorizont, die Risikobereitschaft und die Kosten. Bei mehr als etwa zehn Jahren ist ein breit gestreuter, günstiger Aktien-ETF als Wachstumsbaustein naheliegend, ergänzt um einen Sicherheitsbaustein aus Anleihen, Tagesgeld oder Festgeld. Je kürzer der Zeitraum, desto größer sollte der Sicherheitsanteil sein. Kurse schwanken, und ein Verlust ist möglich.
Eine Anleihe ist ein Kredit an einen Staat oder ein Unternehmen. Sie erhalten Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. Anleihen schwanken meist weniger als Aktien und eignen sich als Sicherheitsbaustein, wenn das Geld bald gebraucht wird. Risiken sind der Ausfall des Schuldners, steigende Zinsen und Inflation.
Ein Kinderdepot nutzt den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro und den Grundfreibetrag von 12.348 Euro des Kindes (2026). Dafür gehört das Geld dem Kind und steht ihm mit 18 Jahren voll zur Verfügung. Wer die Kontrolle behalten will, wählt ein Elterndepot mit Zweckbindung und zahlt gegebenenfalls mehr Steuern.
Bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr sind mit Freistellungsauftrag steuerfrei. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung bleiben auch höhere Erträge steuerfrei, solange die gesamten Einkünfte des Kindes unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) liegen.
Ja. Mit der Einzahlung ist das Geld eine Schenkung an das Kind. Sie verwalten es bis zum 18. Geburtstag und dürfen es nicht für eigene Zwecke nutzen. Mit der Volljährigkeit entscheidet Ihr Kind allein.
Am wichtigsten sind die Krankenversicherung, die private Haftpflichtversicherung mit Einschluss deliktunfähiger Kinder und die private Unfallversicherung. Danach lohnt sich ein Blick auf Krankenzusatzversicherungen und auf Optionen, den Gesundheitszustand für eine spätere Berufsunfähigkeitsversicherung festzuhalten.
Eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es für kleine Kinder nicht. Es gibt aber Vorstufen wie Grundfähigkeits-, Schulunfähigkeits- oder Schüler-BU-Tarife und Kombiprodukte, bei denen der Gesundheitszustand früh festgehalten wird. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Versicherer deutlich.
Kinder unter 7 Jahren sind nicht deliktsfähig, im Straßenverkehr gilt das bis 10 Jahre. Haben Eltern ihre Aufsichtspflicht erfüllt, haften sie in der Regel nicht. Der Geschädigte bleibt dann ohne Ersatz. Eine Haftpflichtversicherung mit Einschluss deliktunfähiger Kinder reguliert den Schaden trotzdem.
Eigenes Vermögen des Kindes wird oberhalb des Freibetrags angerechnet. Der Freibetrag liegt 2026 für Antragsteller unter 30 Jahren bei 15.000 Euro. Stichtag ist die Antragstellung. Das Vermögen der Eltern zählt nicht. Prüfen Sie vor dem Antrag den aktuellen Stand.
Das Kindergeld gehört den Eltern und ist nicht zweckgebunden. Viele Familien legen einen Teil davon an. Würden Sie das gesamte Kindergeld 2026 (259 Euro pro Monat) 18 Jahre lang mit angenommenen 5 Prozent pro Jahr anlegen, ergäben sich rund 89.400 Euro. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Prognose.
Jeder Elternteil darf jedem Kind alle 10 Jahre bis zu 400.000 Euro schenkungsteuerfrei übertragen. Schenkungen innerhalb von 10 Jahren werden zusammengerechnet.
Jede Familie setzt andere Prioritäten: Manche brauchen zuerst Klarheit bei der Absicherung, andere wollen ein Kinderdepot aufbauen oder Vermögen frühzeitig übertragen. Wir betrachten Ihre Situation als Ganzes, von Einkommen, Rücklagen und Versicherungen bis zur Altersvorsorge und zur Frage, was Ihr Kind einmal erhalten soll.
Sprechen Sie uns an. Wir sind in Falkensee zu Hause und beraten nicht ortsgebunden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wie sich ein Thema auf Ihre persönliche Situation auswirkt, klären wir gern im Gespräch.
Kapitalanlagen, auch Anleihen, bergen Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals, die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen und sind keine Prognosen. Es gelten unser Risikohinweis und die genannten Werte des Jahres 2026.